Leuchtturm
Projekte

Aus der Praxis - für die Praxis! Wir lernen Pilot- und Pionierprojekte aus der Krankenhauslandschaft kennen, die von ihrem Alltag und Veränderungsprozessen berichten.

Teamboard in Kiel

Wie lässt sich die Kommunikation und Zusammenarbeit in einem komplexen Krankenhausumfeld nachhaltig verbessern? Diese Frage war für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein entscheidend bei der Einführung von Teamboards, einem zentralen Element des Lean-Management-Ansatzes. Teamboards bieten eine strukturierte und visuelle Plattform für den Austausch von Informationen, die Förderung von Transparenz und die kontinuierliche Verbesserung. Sie ermöglichen es Teams, sich auf gemeinsame Ziele zu fokussieren und Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen.


Selbstorganisation in Aschaffenburg

“Meine Station“ ist ein Pilotprojekt für selbstorganisierte Zusammenarbeit im Krankenhaus. Die Zusammenarbeit aller Mitarbeitenden wird berufsgruppen- und hierarchieübergreifend neu gedacht. Das Stationsteam gestaltet die Arbeitsbedingungen überwiegend selbst, trifft gemeinsame Entscheidungen und kann so die eigenen Bedürfnisse bestmöglich in den Arbeitsalltag integrieren. Neben der Möglichkeit, Struktur-veränderungen selbst vornehmen zu können, spielt auch die Erweiterung innerer Kompetenzen der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle.
Für das Stationsprojekt hat sich ein komplett neues Team aus hausinternen und externen Bewerber*innen zusammengefunden. In einer viermonatigen Vorbereitungs- und Teamfindungsphase erhielten die Mitarbeitenden eine Ausbildung von Expert:innen für Organisations-entwicklung in u.a rollen- und spannungs-basiertem Arbeiten, gewaltfreier Kommunikation und Selbstorganisation.


Hospital at Home in Arlesheim

Ein multiprofessionelles Team aus Pflegekräften und Ärztinnen versorgt krankenhausäquivalente internistische Akutpatient*innen zu Hause. Das pflegerische und ärztliche Team steht dabei 24 h 7 Tage die Woche zur Verfügung. Die Patient*innen werden, wie im Krankenhaus, mehrfach am Tag durch ein mobiles Team visitiert und akut behandelt. Wenn nötig, ist ein telemetrisches Monitoring möglich.
Die Versorgung zu Hause fordert durch die örtliche Besonderheit ein hohes Maß an vorausschauender Planung, Flexibilität und vor allem Selbstständigkeit der Teammitglieder. Deshalb setzen sie auf Selbstorganisation und Rollen-basiertes Arbeiten, „Wir haben keine klassische Stellenaufteilung nach Pflegekräften und Ärzt*innen, sondern versuchen unsere internen Prozesse mit Verantwortlichkeiten in Rollen abzubilden“.


Soziokratie in Ravensburg

New Work in der Endoskopie
Osnabrück

Die Klinik für Kinder- und Jugendliche organisiert seit nun 6 Jahren ihre internen Strukturen in der Soziokratischen Kreisorganisationsmethode (SKM) nach Gerard Endenburg. Soziokratie heißt übersetzt „Gemeinschaft regiert“. SKM ist ein Organisationsmodell, das durch ihre Kreisstrukturen und Konsent-Entscheidung die Perspektive aller Beteiligten einbindet und wertschätzt. Außerdem wird durch klare Regeln die strukturelle Sicherheit für dynamische Steuerung und organisationales Lernen gewährleistet. Die vier Pfeiler der Soziokratie sind: das Konsentprinzip, die Kreisstruktur, die doppelte Verknüpfung von Kreisen über jeweils eine leitende und eine delegierte Person, und die offene Wahl.

Dr. Andreas Artlich, Ärztlicher Leiter und Initiator des Projekts, beschreibt die Veränderungen in seiner Klinik als “Therapie für Organisationen”, die aus dem eigenen Leidensdruck, täglich in linearen, hierarchischen Strukturen zu arbeiten, entstanden sei. Als Grundlage für nachhaltige Veränderung nennt er die kritische Reflektion des eigenen Führungsverhaltens und ein neues Mindset: “Vorgesetzte setzen vor, Leiter leiten an!”


Das Endoskopie-Team hat sich als Pilotabteilung des Marienhospitals Osnabrück auf die New Work Reise gemacht. Unterstützt durch hausinterne New Work Experti*innen, die extern eine Ausbildung in der “frankfurter Akademie für neue Arbeitskultur und Führung” gemacht haben, testen sie unterschiedliche New Work Tools in ihrem Team. Unter dem Motto “better me, better we, better society” sind sie angetreten, um ihre Arbeitsbedingungen aus dem Alltag heraus zu verändern und mitzugestalten. Das Team entscheidet welche Themen bearbeitet und angegangen werden und entwickelt aus ihren täglichen Herausforderungen und Ärgernissen Ideen, wie es besser, effizienter und angenehmer gehen kann. So widmen sie sich z.B. Schnittstellen zu ihrer Abteilung, gehen Arbeitszeitmodelle an und gestalten dabei ihre Prozesse so, wie es sinnvoll und praktisch ist und nicht, weil es schon immer so war !

Mit den gesammelten Erfahrungen soll das Projekt dann später auf andere Bereiche ausgeweitet werden.

Workshops

Interaktiv, praktisch, konkret - tiefer eintauchen und direkt in den Austausch mit den Leutturmprojekten gehen wir am Samstagnachmittag in diesen Workshops.

Führungsfragen
(Philipp Busche)

Wie können Führungskräfte im Krankenhaus neue Arbeitsformen erfolgreich einführen? Welche sozialen Werkzeuge unterstützen eine wirksame und zukunftsfähige Führung? In unserem Workshop "Führungsfragen" richten wir uns an Verantwortungsträger:innen im Gesundheitswesen, die ihre eigene Haltung reflektieren, neue Methoden kennenlernen und den Wandel aktiv mitgestalten möchten.

Wir beleuchten zentrale Fragen zu:
der inneren Entwicklung als Führungskraft, dem Umgang mit Diversität und Komplexität in teambasierten Prozessen und organisatorischen Herausforderungen, differenzierten Entscheidungsprozessen bei dezentralisierter Verantwortung, dem Einfluss neuer Arbeitsweisen auf die Beziehungsebene zu Mitarbeitenden, möglichen Messwerten für teambasierte Zusammenarbeit und relevanten Kennzahlen, sowie den langfristig zu erwartenden Effekten

Feedback im Team - Inner Work und Teamentwicklung
(Karin Gödicke)

Du hast Interesse an Feedbackkultur? Was hat Feedback mit Inner Work und Teamentwicklung zu tun? Warum ist das Thema Feedback so wichtig und dennoch so minimal im medizinischen Arbeitsalltag etabliert? Wie können wir das verändern?  
Für ein grundlegendes Verständnis von Feedback werden zwei Modelle vorgestellt - zum einen die "4-Räume einer Organisation" und zum anderen das "Johari-Fenster". Mit diesen Grundlagen erkunden wir im direkten Austausch die erforderliche innere Haltung und eure Erfahrungen zu möglichen Formaten/Methoden zur Etablierung von Feedbackkultur im Stationsalltag.

Selbstorganisation in der Praxis
(Felix Herter, Johanna Stecher )

Das Zusammenarbeitsmodell der Selbstorganisation basiert auf dezentraler Entscheidungsfindung, klaren Rollen und kontinuierlicher Anpassung. In ihrem interaktiven Workshop zeigen dir Johanna und Felix, wie das spannungsbasierte Arbeiten als zentrale Methode eine dynamische, lernende Organisation fördert – eine Organisation, in der Menschen erleben, dass ihr Handeln einen echten Unterschied macht. Du wirst die Methode direkt ausprobieren und dabei spannende Einblicke aus der Anwendung im Pilotprojekt “Meine Station” erhalten.

Teamboard -10 Minuten für einen besseren Klinikalltag
(Sara Schneede, Steffen Herzmann)

Angeleitet von Expert:innen aus der Praxis bekommt ihr in diesem Workshop einen genauen Einblick in die Teamboard-Methode. Sie nutzt ein visuelles Tool, um Informationen im Klinikalltag strukturiert darzustellen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die Teamkommunikation zu verbessern. Der Workshop bietet eine ganz praxisnahe Einführung in die Methode und zeigt, wie sie nachhaltig zur Verbesserung der Zusammenarbeit aber auch in der Patientensicherheit beitragen kann.

Interprofessionelles Teamwork - Können wir das ?
(Christiane Eberhardt, Severin Pöchtrager)
 

In diesem interaktiven Workshop erarbeitet ihr, wie eine effektive Zusammenarbeit zwischen Patient:innen, Zu- und Angehörigen, Pflegenden und Ärzt:innen gelingen kann. Es geht darum, welche Bedingungen berücksichtigt werden sollten, um diese Zusammenarbeit optimal zu gestalten, und welchen Mehrwert ein solches Miteinander für alle Beteiligten bringt. Geleitet wird der Workshop von einem interprofessionellen Team, das aktuell im Rahmen eines Hospital at Home-Projekts tagtäglich die praktische Umsetzung dieser Zusammenarbeit ausfeilt und erprobt.

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